Kronenboden

Was für manche klingt wie ein neues Kunstwort, ist ein sehr alter Begriff. Ein Kronenboden ist eigentlich der Dachboden über dem Zuschauerraum, wohin der Kronleuchter gezogen wird, um die Kerzen zu zünden oder zu löschen - und ihn aus der Sicht der Zuschauer in den höheren Rängen zu entfernen. Alles in allem ein schlichter Raum mit Kronleuchter. Und ein Raum für Kunst.

Der Projektraum Kronenboden wurde 2008 von der Fotokünstlerin Karen Stuke als spartenübergreifende Plattform für bildende und darstellende Kunst gegründet. Ziel des interdisziplinär ausgerichteten Projektraums ist die Förderung, Unterstützung und Vernetzung von Künstler*innen, die auf der Schnittstelle zwischen Fotografie, bildender Kunst und Theater arbeiten. Seit 17 Jahren finden in diesem Kontext regelmäßig internationale Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Workshops statt.

Ausgangspunkt ist das Theater. Teilweise in Kooperation mit internationalen nonprofit Organisationen werden Künstler*innen eingeladen, die einen Bezug zum Theater, zur Inszenierung, zur Erzählung haben. Es geht um die Weiterentwicklung der Erzählung in eine neue, andere Form - die Künstler*innen haben die Möglichkeit, ihre Projekte im Rahmen von Rauminstallationen zu erproben.

Es geht darum, neue Sichtweisen für Künstler*innen der unterschiedlichen Sparten zu schaffen, die Mehrwert und Transparenz für alle Beteiligten erzeugen. Eine in diesem Sinne besonders herausfordernde Schnittstelle ist die Vermittlung von klassischer, experimenteller und neuer Musik auf hohem Niveau.

2017 erhielt Kronenboden den Preis zur Auszeichnung künstlerischer Projekträume und -Initiativen vom Berliner Senat für Kultur und Europa.

Leitung: Karen Stuke